Eglise allemande

Christuskirche

Cette émission revient sur toutes les activités de l'Église protestante allemande de Paris. Elle propose également une prédication en allemand. Elle s'adresse aux germanophones.

15/01/2024
16/10/2023
16/01/2023
17/10/2022
20/06/2022
Liebe Hörerinnen und Hörer! Morgen ist der offizielle Sommeranfang. Doch auch jetzt schon ist die Stadt gut aufgeheizt. Uns ist warm und manchmal sind wir den ganzen Tag einfach nur auf der Suche nach einer Erfrischungsquelle. Diese Tage, an denen man von einer Abkühlung zur nächsten lebt und die Gedanken kreisen nur um das nächste süße Eis, die nächsten Eiswürfel, die man sich holt, die nächste Gesichtsdusche. An welcher Quelle erfrischen Sie sich? An wen wenden Sie sich, wenn Sie eine Stärkung brauchen? Musique 2 : Choral "Komm, Gott Schöpfer Heiliger Gott", Version 58 Secondes. Impuls: prédication Das Wort „Wasser“ taucht über 500 Mal in der Bibel auf. Was erzählt uns die Bibel über Wasser? Und was können wir daraus über Gott lernen? Im 4. Buch Mose wird zum Beispiel vom Volk Israel berichtet, das durch die trockene Wüste zieht – ohne eine Wasserquelle zu finden. Die Verzweiflung ist groß. Wo sollen sie etwas zu trinken herbekommen, mitten in der Einöde? Wie sollen sie sich um ihre Kinder und Tiere kümmern ohne Wasser? Sie bitten Mose um Hilfe. „Und Gott sprach zu Mose: Nimm deinen Stab! Ruf mit deinem Bruder Aaron das Volk vor dem Felsen dort zusammen! Vor ihren Augen sollt ihr zu dem Stein sprechen! Dann wird Wasser aus ihm herausfließen, und ihr könnt den Menschen und Tieren zu trinken geben. Mose gehorchte und nahm den Stab, der in der Stiftshütte lag. Gemeinsam mit Aaron versammelte er die Israeliten vor dem Felsen und rief: Passt gut auf, ihr Sturköpfe! Sollen wir euch Wasser aus diesem Felsen holen? Er hob den Stab und schlug zweimal damit gegen das Gestein. Da strömte eine große Menge Wasser heraus. Das ganze Volk und alle Tiere konnten ihren Durst stillen. -1 - So rettet Gott die Menschen vor dem Verdursten. Sie sind auf ein Wunder angewiesen. Denn in der Wüste findet man nicht mal eben durch Zufall einen Brunnen. Unmöglich. Aber bei Gott ist es möglich. Bei Gott findet das Volk Israel das, was es in dem Moment am dringendsten braucht: Neues Leben. Eine Verschnaufpause, die sie bestärkt, weiterzugehen. Gott überrascht uns. Er ist eine Quelle, aus der wir jeden Tag schöpfen können. Nicht nur für uns. Mit Wasser können wir auch andere erfrischen. Ein ganz besonderes Beispiel dafür ist die Geschichte, wie Jesus die Füße seiner Jünger wäscht. Vor der Feier des gemeinsamen Passahmahls fordert er sie auf, sich die Füße von ihm waschen zu lassen. Jesus überrascht uns. Er, der eigentlich doch viel höher steht, macht sich hier ganz klein. Er macht sich zum Erfrischer für die anderen. Er wäscht ihnen den Staub der letzten Tage von der Haut. Er kühlt sie ab nach dem Marsch über die heißen Straßen. Es bleibt nichts zurück als frische, saubere Füße. Die pure Oase. Er nimmt den Dreck weg, den die Jünger vielleicht schon eine ganze Weile mit sich herumtragen. Diese Geste von Jesus ist eine Handlung, die eigentlich nur unterstreicht, was sein Wort sowieso schon bewirkt hat: Jesus macht einen Neuanfang für die Jünger möglich. Seine Jünger können mit sauberen, frischen Füßen besser weiterlaufen. Aber er ermöglicht auch gleichzeitig einen Neuanfang in ihren Herzen. So wie er ihre Füße vom Schmutz befreit, so befreit er sie auch von allen Lasten, die sie sonst mit sich herum schleppen. Das kann ein Vorbild für uns sein. Auch wir können eine Erfrischung für ( andere )sein. Eine Kraftspenderin, eine helfende Hand. Wir können helfen, den alten Staub und Dreck zur Seite zu wischen, damit andere wieder klarer sehen. Die Kraft dafür, die können wir bei Gott schöpfen. Er ist unser Brunnen in der Wüste – unser Glücksgriff in aussichtslosen Situationen. Und je mehr wir uns von Gott beschenken lassen, desto mehr können wir andere beschenken. Aber wir dürfen dabei nie vergessen, dass wir das, was wir an andere weitergeben, ohne ihn gar nicht hätten. So wie ein Baum ohne Wasser auch keine Früchte tragen kann, die Menschen und Tiere dann essen, so können wir anderen nur das schenken, was wir selbst von Gott bekommen. Gott erfrischt uns so oft wie wir es brauchen. Eine Quelle, die niemals versiegt. Also – Lassen Sie sich von Gott erfrischen! Lassen Sie sich überraschen, wo er wirkt. Amen. Musique 3 : "Nun danket alle Gott", Version 1:05 Minuten. Fürbitten 4 Teile/ prière d’intecession en quatre parties: -2- Du starker Gott, wir bitten dich für unseren Alltag, der oft stressig und ermüdend ist: Schenke uns immer wieder kleine Oasen, kleine Erfrischungsquellen, an denen wir auftanken und deine Stärke spüren können. Lass uns nicht vergessen, dass wir immer und immer wieder zu dir kommen können. Du gütiger Gott, gestärkt durch dich können wir anderen aufhelfen. Wir dürfen Kraftquelle sein für unsere Nächsten. Gib uns offene Augen und ein hörendes Herz, damit wir das weitergeben, was wir von dir bekommen haben. Du versöhnender Gott, wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine und die Ukrainer, die in unser Land kommen: Begleite sie, weiche ihnen nicht von der Seite. Stell ihnen Menschen zur Seite, die unterstützen und anpacken. Schenke ihnen Kraft – soviel sie brauchen. Immer wieder. Du erfrischender Gott, wir bitten dich für unsere Kirche: Stärke alle, die frischen Wind hineinbringen wollen. Gib ihnen deinen Geist, der weht wo er will. Schau besonders auf die Frauen, die das kirchliche Leben besonders tatkräftig mitgestalten – in den Familien, in den Gemeinden und in der Gemeinschaft der Glaubenden. Vater Unser (Notre Père) Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Segensspruch (Bénédiction): Liebe Hörerinnen und Hörer, es segne sie der allmächtige und barmherzige Gott, er erfrische Sie und schenke Ihrer Seele frischen Wind. An diesem Tag, in dieser Woche und darüber hinaus. Amen.
16/05/2022
Bonsoir und herzlich willkommen, hier bei Fréquence Protestante zur monatlichen Andacht der deutschen evangelischen Christuskirche Paris mit (den Mitgliedern des Kirchenvorstands) Sabine Gerlach als Sprecherin und Christian Ritter als Autor. Zur Nachösterlichen-Zeit, in die der Sonntag Rogate und Pfingsten fallen bietet sich das Thema Beten direkt an. Warum tun wir es uns mit dem Beten oft so schwer? Liegt das daran, dass Beten zu den noch wenigen Tabus gehört, die man nicht brechen möchte – oder vollzieht sich da gerade in unserer momentan vom Covid 19 und dem Ukraine Krieg gebeutelten Zeit ein Wandel? Gefahren, Bedrohungen lösen Lebensängste aus, welche ihrerseits uns in die Hilfesuche stürzen, welche ihren Ausdruck u.a. in den verschiedensten Gebetspraktiken findet, und dies seit Urzeiten und in allen Religionen. Die Flucht ins Gebet ist da keine Seltenheit. Aus allen Religionen, von allen Kontinenten und über die verschiedensten Medienkanäle steigen momentan unzählige Gebete gen Himmel. Ob wir in der bedrohlichen Lage das Beten gelernt haben und das Tabu Beten nun abnimmt, ob diese Gebetspraktiken auch Bestand haben oder mit dem Abklingen der Bedrohungen verschwinden werden, ist eine Frage, die wir wohl erst in einigen Jahren beantworten können. -1- Wir können davon ausgehen, dass Menschen aus allen Schichten und allen Jahrhunderten an der Wirksamkeit der Gebete zweifelten und kein Bedürfnis zu innerer Ruhe durch das Gebet empfanden. Unbeholfenheit, Angst, sich lächerlich zu machen, Scham- oder Minderwertigkeitsgefühle, der Vorwand, keine Zeit und Ruhe dazu zu haben, die Überzeugung, es gebe keinen Gott, und wenn doch, so würde das Beten doch nichts ändern; sind dies alles Vorwände zum Nicht-Beten. Unser Bibelverständnis und auch unser gesunder Menschenverstand sagen uns, was unter Beten NICHT verstanden werden kann. Ich spiele hiermit auf das an, was Jesus uns ermahnend sagt – wir sollen uns weder wie Scheinheilige noch wie Heiden gebärden, unsere Gebetspraxis nicht zur Schau stellen oder auf Gott Druck ausüben wollen, um ihm unsere Wünsche aufzudrängen.[1] Das Gebet ist keine Quelle transzendentaler Energie, auch kein Zustrom metaphysischer Kräfte – „Paganismus“ nennt dies Jesus. Er missbilligt die fälschliche Vorstellung eines langbärtigen, im Himmel schlummernden Gottes, den man endlich wachrütteln müsste. Ziel unseres Betens kann also doch nicht sein, einen vermeintlich tauben, stummen, blinden und apathischen Gott zu bewegen. Warum sollen wir dann aber beten, wenn wir selbst bei überfrommen Gebärden nicht mehr von ihm erhalten? Und selbst wenn wir alle negativen Gebetspraktiken ausschlössen, gäbe es da noch einen Grund, es dennoch zu tun? Musique 2: Samuel Barber – Adagio for strings – Wiener Philhatmoniker www.youtube.com/watch?v=WAoLJ8GbA4Y; 0:10 -01:03 ou plus Für meinen Doktorvater André Dumas gab es hierfür nur eine einzige Antwort: „Gott wünscht, dass der Mensch mit ihm redet, genauso wie ein Freund mit einem Freund redet, in dieser Kenntnis, „von Angesicht zu Angesicht‘, wie es bei Moses mit Gott der Fall war.“[2] Sprach André Dumas vom Gebet, so benutzte er das umgangssprachliche Wort „causer“ – plaudern, das gut dem Wesen des Gebetes entspricht, da es sich nicht der Feierlichkeit der Formel und einem Ritus, sondern dem fortwährenden Kontakt unterwirft.-2- Beim Plaudern breitet man sein Leben mit seinen großen und kleinen Sorgen aus, fühlt sich in dieser Intimität geborgen, fühlt sich wohl verstanden. Eine Causerie ist keine Rede, keine Erklärung, oder Ermahnung, auch kein Geplapper; sie ist bedächtiges Reden, ein gemütlicher Gedankenaustausch, bisweilen aber auch ein Infragestellen oder zusammenhangloses Huschen über dieses und jenes. Es gibt da keine Regeln, es gibt da themenbedingte Schwankungen. Die Causerie hat aber nur dann einen Wert, wenn sie ehrlich, offen und rücksichtsvoll ist. Interaktion zwischen Gott und mir findet da statt. Anerkennung, Fragen, Lob, Bitten und Klagen haben hier ihren Platz. Beten ist keine Einbahnstraße, es ist ein Hin und Her, ein Austausch. Bisweilen muss ich nur genau hinhören, um zu verstehen, muss still sein können, in mich hineinhören, Gottes Wort entziffern. Tragen die Psalmen nicht auch diesen Zug der Causerie? Erstaunlich, in welch forschem Ton sie überschwänglich jubeln, herzzerreißend klagen, bitter anklagen und protestieren, und dies ist nur dank der Vertrautheit möglich. Der Psalter ist ein Buch von Gebeten aus Phasen der Anbetung, des Flehens und Bittens, des Trauerns, Verzweifelns, Haderns und Jubelns, eine Sammlung unvorhersehbarer Gespräche. Sind wir nicht bereit, uns zu wundern, überraschen zu lassen, dankbar zu sein, wie Kinder zu vertrauen, so wird es nie zu einem Zwiegespräch kommen. Sorgen, Nöte und Ängste stehen im Wechsel mit Freuden und Glück. Dieses Zwiegespräch beginnt selten stürmisch, oft vorsichtig, zögernd, sich herantastend setzt der Betende an, mit unsicherer Stimme. Das abschließende Amen ist nicht unbedingt eine Schlussfolgerung, sondern kann der plötzliche Entschluss sein, abzuschließen. Es ist das Soweit des Redenden, der aufhört, da sonst sein Gespräch sich in Geschwätz verwässern und somit die Kommunikation ersticken würde. Amen, ja, so ist es, so reicht es. Ich möchte mit dem Gesagten nicht den Eindruck erwecken, beten müsste gelernt werden. Wer beten kann, darf glücklich sein und all das Gesagte vergessen. Das Gebet ist nicht unabdingbar; sonst würden wir daraus eine mysteriöse, die Gebetsfreiheit des Individuums einschränkende Pflicht machen. Das eingangs erwähnte unmögliche Gebet gibt es nicht wirklich. -3- Das Gebet ist möglich, es erfordert keine Voraussetzungen, muss nicht gelernt werden, hat keine festen Regeln, verlangt weder theologische noch rituelle Kenntnisse. Es passt sich der inneren Stimmung und den äußeren Ereignissen an und lässt bisweilen ein InSichGehen zu. Das Gebet ist möglich für jeden, der über sein Leben, seine Freuden und sein Leid, über das Schöne und Hässliche in der Natur und im Mitmenschen sich austauschen möchte, kurz, all das, was uns durch den Kopf geht und was uns bewegt. Zum Beten gehört auch, dass man seine Freude mit Gott teilt, dankt und lobt. Das Gebet gibt uns Selbstsicherheit vor Gott, es gibt Halt und befreit von Unsicherheit. Im Gebet gilt das Gesagte, wobei wir keine Angst haben müssen, plötzlich zu verstummen. Bei Johannes 16, 33 heißt es: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Gerade jetzt, wo wir vom Krieg bedroht sind, dürfen wir Angst haben, sollen aber gleichzeitig wissen, dass wir in Gottes Hand sind. Er hat die Welt überwunden; sie muss nicht bleiben, wie sie ist; er hat das letzte Wort. Zum Leben in dieser Welt brauchen wir Geduld, um die Hoffnung nicht zu verlieren, und die Ungeduld, die Dinge zu ändern, wobei das Gebet Stütze sein kann. Haben wir etwas mehr Vertrauen in die Möglichkeiten und die Kraft der Causerie mit Gott. Und so gehen wir nun hin in die Nacht im Frieden des Herrn. Der Herr segne Dich und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden. Amen
Begrüßung und Hinführung (30 sek)) Liebe Hörerinnen und Hörer, Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja! Mit diesem altkirchlichen Gruß heiße ich Sie herzlich willkommen zu unserer Radioandacht am Ostermontag. Wie gelingt es, sich trotz der Allgegenwart von Tod und Leid die Hoffnung auf den Sieg des Lebens nicht nehmen zu lassen? Darüber möchte ich heute mit Ihnen nachdenken. Psalmgebet (57 Sek) Loben wir Gott mit Worten des 118. Psalms: Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! 16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! 17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. 18 Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. 19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke. 20 Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen. 21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen. 22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. 23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. 24 Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Halleluja! 2) Musik/ Interlude: (1min24) Gelobt sei Gott im höchsten Thron - YouTube Ansprache (6min 20) Das Osterevangelium steht bei Markus im 16. Kapitel: Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? 4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. 5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. 6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. 7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Liebe Gemeinde! Der Grabbesuch dieser Frauen findet ein jähes Ende. Sie ergreifen in hellem Entsetzen die Flucht. Vor zwei Tagen hatten sie ihn beerdigt. Nun wollten sie ihn salben und dadurch noch einmal die Ehre erweisen, um ihn danach loslassen zu können. Das Kapitel Jesus ist zu Ende, meinen sie. Sie akzeptieren alles, sogar den Tod. Doch selbst das bringt keine Beruhigung. Er ist auferstanden, er ist nicht hier, sagt der Engel, siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Die Frauen sind völlig verstört. Damit hatten sich nicht gerechnet. Das leer Grab: Es ist weder eine Katastrophe noch eine tolle Sensation noch ein Beweis. Die Botschaft der Grabesgeschichte richtet sich direkt an uns: „Habt keine Angst! Er lebt und geht euch voraus. Der für euch starb, will mit euch leben!“ Ich möchte Ihnen von Frau Bauer erzählen. Sie lebte allein in der Nähe des Münchner Ostfriedhofs und ging dort gern spazieren. Jedesmal, wenn sie über den Friedhof ging, malte sie sich ihre eigene Beerdigung aus und erfreute sich daran, wie feierlich alles ablaufen würde. Sogar ein Grab – ungepflegt, aber idyllisch überwuchert – hatte sie sich schon ausgesucht. Eines Vormittags kam sie wieder an „ihrem“ Grab vorbei. Sie merkte schon aus der Entfernung, dass etwas nicht stimmte. Die Grabplatte war beiseite geräumt, und als sie näher kam, stand da ein Mann mit Schaufel in der ausgehobenen Grube. „Hallo– was machen Sie da in meinem Grab?“ – rief Frau Bauer. „Wieso Ihr Grab?, gab der Mann verwundert zurück. „Ja – kriegt das jetzt ein anderer?“, fragte Frau Bauer vorsichtig. – „Nein, das kriegt keiner. Das wird weggemacht. Da soll eine Verzweigung für die Wasserleitung hin.“ – „Aber da will ich doch rein!“ presste Frau Bauer heraus und machte einen Schritt auf den Rand zu. Erschrocken hob der Mann im Grab seine Schaufel: „Meine Güte, Sie sind ja ganz versessen aufs Totsein. Schaun Sie lieber, dass Sie weiterkommen, damit Sie noch was abkriegen vom Leben!“ Frau Bauer nahm verstört Reißaus und verließ hastig den Friedhof. Sie ist dort nicht mehr spazieren gegangen. Ja, liebe Gemeinde, so ist Ostern, Ostern heute. Ostern ist, wenn wir aus unserem Grab gescheucht werden. Und das heißt, wenn wir verjagt werden aus unseren Kompromissen und Übereinkünften mit dem Tod; wenn wir gekränkt werden in unserer Todesverliebtheit. Die, die uns aus unserem Grab scheuchen, das sind Gottes wahre Engel. Es ist traurig, wenn alte Menschen freiwillig ins Grab wollen, nur um niemandem zur Last zu fallen, oder weil es ihnen peinlich ist, dass ihre Pflege das ganze Erbe der Kinder verschlingt. In all diesen Strukturen regiert der Tod. Sonst tabuisieren wir den Tod ja gerne. Aber in einer Hinsicht ist er beliebt: Man kann mit ihm im wahrsten Sinn des Wortes rechnen: „Wenn ich sterbe, dann läuft das mit der Bestattung so und das mit dem Häuschen so. Und das Erbe teile ich folgendermaßen auf…“ In solche Todesberechnungen kommt Gott hinein wie der Friedhofsmitarbeiter bei Frau Bauer und sagt: „Raus da! Es ist Ostern! Du nistest am falschen Platz! Ab ins Leben mit dir!“ Das ist gar nicht so einfach, weil das Leben nicht sicher und nicht berechenbar ist. Das Leben ist zwar in vielem schöner als der Tod, aber es ist auch komplizierter. Deshalb kommt der Tod uns mitunter süßer und anziehender vor – gar als Erlösung. Dabei sind wir nur durch den Einen erlöst, der als erster sein Grab geräumt hat. Gott hat seinen Sohn als Erstling unter denen, die entschlafen sind, aus dem Tod geholt und ihn nach Galiläa geschickt, also dahin, wo er auch vorher mit seinen Jüngerinnen und Jüngern unterwegs war. Deshalb, liebe Gemeinde, dürfen Sie gewiss sein: Wohin auch immer Sie gehen, wo auch immer Sie gerade sind: Der Auferstandene ist schon da. Er will Ihr Leben, Ihre ganz normale Zeit be-Leben mit der Kraft der Liebe, der Wahrheit und der Versöhnung. Nun denken Sie zu Recht: Aber Ostern verhindert trotzdem nicht, dass jeder und jede sterben muss. – Ja, das stimmt! Aber Ostern verhindert, dass der Tod das letzte Wort hat, dass er die letzte Macht unseres Lebens ist, dass er zuletzt lacht. Christus, der Auferstandene, hat ihn für uns überwunden. Deshalb ist Ostern nicht nur die Sache Jesu. Ostern ist auch nicht nur die Hoffnung der Toten, das beides natürlich auch. Aber in erster Linie ist Ostern dies: unsere Umkehr aus Finsternis und Tod ins Leben; ins Leben hier und ins Leben dort in Ewigkeit. Amen. 3)Musik/ Interlude: (2min 19) Otto Heinermann: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden - YouTube Gebet mit Vaterunser (58 sek) Beten wir: Unser Gott, du rufst uns mit Jesus aus dem Tod ins Leben. Wir bitten dich: Lass uns nicht in dunkler Nacht bleiben. Schenke uns wieder Hoffnung, Inmitten von Tod und lähmenden Zweifeln schenke uns Hoffnung auf Leben und auf Freude in dir. Das bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel, Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Segen (40 sek) Empfangt den Segen unseres Gottes: Gott segne euch mit der Gewissheit, dass der Stein vom Grab aufgehoben und der Weg ins Leben gebahnt ist. Gott umhülle euch mit seinem Segen und begleite euch aus der Dunkelheit in sein Licht, aus dem Tod in sein neues Leben. Gottes Friede beschütze euch, seine Liebe beflügle euch, seine Freude rühre euch an, denn Christus ist auferstanden. So segne euch Der gütige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
Liebe Hörerinnen und Hörer! Kennen Sie noch die Fahrradlampen, die mit einem Dynamo funktionieren? Die Energie für die Lampe entsteht durch das Treten der Pedale. Das Licht für den Weg kommt erst, wenn man schon losgefahren ist. Man beginnt im Dunkeln im Vertrauen darauf, dass das Licht bald kommt. Die ersten Tritte, die der Fahrradfahrer von sich aus leisten muss, geschehen ohne eine Gewissheit, ohne Orientierung und ohne Lichtvorschuss. Wege liegen hinter uns. Wege liegen vor uns. Einige leicht, bergab, andere steinig und beschwerlich. Manche kamen uns länger vor, als sie tatsächlich waren, andere liefen wir so schnell, dass wir sie gar nicht wahrnahmen. Die sehen wir nur beim Zurückschauen. Was treibt uns an auf unseren Wegen? Was treibt Sie an? 2) Interlude Auch das Volk Israel macht sich auf den Weg durch die Wüste ins gelobte Land. Ohne Karte. Ohne schriftliche Versicherung. Sie brauchen keinen Garantieschein. Sie vertrauen darauf, dass Klarheit auf dem Weg entsteht. Und dann kommen sie an den Jordan. Unüberquerbares Hindernis! Im Buch Josua wird das so erzählt. Josua spricht zum Volk Israel: „Seht auf die Bundeslade des Herrn, eures Gottes! Wenn die Priester sie vor euch hertragen, dann zieht ihr hinterher, damit ihr den Weg wisst, den ihr gehen sollt! Denn diesen Weg seid ihr noch nie gegangen. Und zu den Priestern sagte er: „Hebt die Bundeslade hoch und zieht vor dem Volk her!“ Und zu den Israeliten sagte er: „Seht auf die Bundeslade! Der Herrscher über die ganze Welt wird vor euren Augen durch den Jordan ziehen.“ Und die Priester, die die Bundeslade des Herrn trugen, blieben im trockenen Flussbett des Jordan stehen. Was hier passiert, ist die Einlösung des Versprechens, das Gott schon Abraham gegeben hat: Er will bei seinem Volk sein, sie gehen nie allein. Dafür steht die Bundeslade. Nur der große Fluss Jordan stellt nun ein Hindernis dar auf dem Weg, den Gott vorgesehen hat für sein Volk. Aber Josua, der Nachfolger von Mose, der das Volk Israel anführt und Mittler zwischen den Israeliten und Gott ist, bekommt eine Hilfestellung: Er soll die Priester beauftragen, die Bundeslade zu nehmen und mit ihr vor dem Heer voranzugehen, durch den Fluss. Und am Ende gelingt es; am Ende kommt das ganze Volk Israel trockenen Fußes über den Jordan. Die Bundeslade ist das zentrale Element in dieser Erzählung – das ist klar. Was also können wir weiter über sie erfahren? Im Buch Josua heißt es: „Wenn ihr die Bundeslade seht, so brecht auf und folgt ihr nach!“ Gottes Gegenwart soll uns wachrütteln und ermutigen. Sie ruft auf, sich auf neue Wege zu begeben und Altes hinter sich zu lassen. Auch das Volk Israel weiß in der langen Zeit der Wüstenwanderung meist nicht, wohin die Reise geht. Sie wissen nur, dass Gott mit ihnen geht. Das reicht. Das reicht sogar 40 Jahre lang, bis sie aus der Wüste herausgeführt werden an den Jordan. Dieses bedingungslose Vertrauen in Gottes Führung auch bei völliger Unwissenheit spielt offensichtlich eine wichtige Rolle: „Folgt der Lade des Herrn, denn ihr seid diesen Weg noch nie gelaufen.“, heißt es in dem Text. Es wird den Israeliten eine Art Vertrauensvorschuss abverlangt. Kein Wissen, keine Sicherheit, sondern eine Hoffnung darauf, dass es der richtige Weg ist, auf dem sie gehen. Oder anders gesprochen: Der Weg, der vor ihnen liegt, wird gangbar, weil Gott vorausgeht. Was hier im Kleinen geschieht: Versprechen – Vertrauen – Einlösen des Versprechens, das geschieht im großen Rahmen durch das gesamte des Alte Testament hindurch immer wieder. Deshalb dürfen wir sie auch als Heilsgeschichte verstehen. Also keine Wundererzählung wie alle anderen, sondern eine, die uns einiges über die Beziehung zwischen Gott und den Menschen verrät. Einiges, was uns Mut machen kann, ihm nachzuspüren und die Wege zu wagen, auf denen er uns vorausgeht. Gott hat einen Weg für uns vorgesehen, auf dem wir sicher gehen können. Auch, wenn der im ersten Moment unmöglich erscheinen mag. Denn er ist diesen Weg schon vor uns gegangen. Jesus ist auf unseren Menschenwegen gewandert. Wir folgen ihm lediglich und gehen somit seine Wege. Deshalb sind wir nie allein. Amen. 3) Interlude Fürbitten: Gott, wenn ich loslasse, - wo werde ich bleiben? Wenn ich jetzt die Augen schließe, was wird geschehen? Wenn ich jetzt losgehe, wo werde ich ankommen? Strecke deine Hand aus, Herr. Fang mich auf. Zeig mir dein Gesicht Und sprich dein erlösendes Wort. Auf dass ich ermutigt werde, die ersten Schritte zu gehen. Gott, du führst uns immer wieder auf neue Wege. Gib mir Mut, die Wege anzunehmen, die sich mir auftun. Schenke mir Vertrauen darauf, dass es gangbare Wege sind. Erinnere mich immer wieder daran, dass ich sie nie alleine gehe – auch im finsteren Tal muss ich kein Unglück fürchten. Guter Gott, es gibt Menschen, die sehen im Moment keine neuen Wege. Altes ist zerbrochen, zerstört. Es gibt nur noch Leid, wo Freude war. Es gibt nur noch Aussichtslosigkeit, wo vorher ganz viel Zuversicht war. Ich bitte dich für diese Menschen: Lass sie nicht allein. Sie sollen deine Nähe spüren und deine Wege sehen, die du für sie bereitet hast. Vater Unser Segensspruch: Liebe Hörerinnen und Hörer, es segne sie der allmächtige und barmherzige Gott, er führe sie auf den Wegen, die Sie gehen, an diesem Tag, in dieser Woche und darüber hinaus. Amen.
Begrüßung und Hinführung (2min30) Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, unser Glaube gibt uns Antworten auf wichtige Fragen. Fragen, die den einen Menschen mehr, den anderen weniger bewegen. - „Wer bin ich?“ - Zunächst einmal ein Geschöpf Gottes. Dadurch mit dem verbunden, der die Welt erschaffen hat. - „Wer sind die anderen?“ - Ebenfalls Geschöpfe Gottes. Als solche verdienen sie es, behandelt zu werden. Mit Liebe, mit Nächstenliebe. - „Was wird aus mir?“ – Mit dem ewigen Gott verbunden, bin ich Teil seiner Schöpfung. Nach meinem Leben, verschwinde ich dann wieder im Nirgendwo oder glaube ich daran, aufgefangen zu werden? Sie werden diese angedeuteten Antworten noch durch eigenes ergänzen können. Sie werden aber sicher auch die Erfahrung gemacht haben, daß nicht alle Menschen diesen Punkten ohne weiteres zustimmen. 1 Ja, es gibt Zweifel in der Welt. Zweifel an Gott, Zweifel an dem, was die Bibel berichtet. Das alte Buch, das oft wie ein Geschichtsbuch gelesen und mit heutiger Wissenschaft konfrontiert wird. Es gibt Zweifel an Jesus Christus. Er wird als Wanderprediger bezeichnet. Für seine Auferstehung werden Beweise gefordert, schon seitdem die Evangelien von ihr berichten. Im Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth lesen wir davon, wie es dort Diskussionen über Jesu Auferstehung gab. Das Festhalten an Beweisen ist auch eine Art Glaube. Mißtrauen gegenüber den Worten der Bibel kommt möglicherweise von Enttäuschungen. Glauben ist eng damit verbunden, Vertrauen zu haben. Jeder Mensch wird irgendwann innerlich dazu Stellung nehmen, worauf er sein Grundvertrauen setzt. Jesus Christus verdient unser Vertrauen, darum geht es mir heute. Musik: (1min17) Haydn: Tu m'as aimé Seigneur Psalmgebet (0min45) Sprechen wir Gott unser Vertrauen aus. Vielleicht möchten Sie in Gedanken diesen Worten aus Psalm 25 folgen. (Ps25, 1b-6) Auf dich, Herr, richte ich Herz und Sinn. Dir, meinem Gott, vertraue ich; enttäusche mich nicht! Enttäuscht wird niemand, der auf dich hofft; aber wer dich treulos verläßt, wird zuschanden. Herr, zeig mir den Weg, den ich gehen soll; lass mich erkennen, was du von mir verlangst. Lehre mich, in Treue zu dir mein Leben zu führen. Du bist doch der Gott, bei dem ich Hilfe finde; auf dich hoffe ich zu jeder Zeit. Herr, denke an deine Güte und dein Erbarmen, die du von Anfang an deinem Volk erwiesen hast. Amen. Ansprache (4min10) „Auf dich, Herr, richte ich Herz und Sinn“, hat vor langem ein Mensch gebetet, von dem diese Worte stammen. Herz und Sinn fragen nicht nach Beweisen. Herz und Sinn fühlen und nehmen wahr. Gefühl und die Wahrnehmung von Dingen können Hoffnung wecken. Viel mehr als die reine Analyse. Wollte Jesus seine Auferstehung offiziell beweisen, hätte er sich damals nicht nur seinen Jüngern gezeigt. Auch wären wohl die ersten Zeugen des leeren Grabes nicht ausgerechnet Frauen gewesen. Was Frauen aussagten genoß in damaliger Zeit juristisch so gut wie keine Anerkennung. Jesu Auferstehung von den Toten - ich bleibe bei diesem Wunder, das für uns Christen eine herausragende Rolle spielt – Jesu Auferstehung ist nicht für Verstand und Analyse gedacht. Jesu Auferstehung ist auch kein politisches oder soziales Statement. 2 Mit Jesu Auferstehung sollen wir Menschen im Inneren erreicht werden. Jede und jeder einzelne von uns soll erreicht werden. Jede und jeder einzelne soll einen Halt darin finden, eine Antwort auf seine Fragen bekommen. Zum Beispiel eine Antwort wie diese: „Dieser Mensch, der Jesus war, und der so besonders von Gottes Reich gesprochen hat; dieser Mensch ist stärker als der Tod. An den kann ich mich halten mit meiner Frage, was aus mir wird.“ Daß wir im Inneren erreicht werden, das ist es. So ist es mit anderen Wundern auch, von denen wir lesen. Der Ansatz, nach Beweisen zu suchen, ob diese Erzählungen in der Bibel im Vernunft-Sinne „richtig“ sind, wird nicht weiterführen. Ein Ansatz, der uns leichter öffnen kann, als die Analyse von harten Fakten, ist der: „Was tut das mit mir, wenn ich lese, wie Gott, der Schöpfer mit einem Volk durch die Wüste zieht? Mit ihm lebt, es beschenkt, es führt und sich auch über es ärgert?“ „Was tut das mit mir, wenn Jesus Kranke heilt?“ Sehe ich da eine Art Wunderheiler in ihm, der etwas für sich und seinen Ruf tut? Oder sehe ich in den Heilungswundern eine Kraft, auf die ich vertrauen kann, weil sie stärker ist als das, was wir uns erklären können? Gott will mit Wundern, mit seinem Handeln, nicht einsteigen in die wissenschaftlichen Debatten unter den Menschen. Seinen Zugang zu uns sucht er nicht bei unserer Vernunft, sondern im Herzen. Der Glaube gibt mir Antworten auf Fragen zu meinem Leben. Beweise wären nur interessante Beiwerk. Aber diese Worte, diese Erzählungen in der Bibel, diese Kraft, die von ihnen ausgeht, die will hinein in unser Inneres. Dorthin, wo das Gefühl sitzt. Wenn wir sie dorthin lassen, kann sie Hoffnung und Zuversicht erzeugen. Hoffnung und Zuversicht, die in der festen Überzeugung ruhen, das Gott uns liebt. Worte von Paulus an die Gemeinde in Rom im fünften Kapitel bringen das auf den Punkt: „Nachdem wir nun aufgrund des Glaubens bei Gott angenommen sind, haben wir Frieden mit Gott. Das verdanken wir Jesus Christus, unserem Herrn. Er öffnete uns den Weg des Vertrauens und damit den Zugang zur Gnade Gottes. Darin haben wir jetzt festen Stand gewonnen. Nun haben wir Grund, uns zu rühmen, weil wir die gewisse Hoffnung haben, daß Gott uns an seiner Herrlichkeit teilnehmen läßt.“ (Römer 5, 1-2) Dieser Glaube braucht keine Beweise. Er ruht in der Kraft Gottes. Amen. Musik: 1min05, Stassen: Chante Alleluia au Seigneur Gebet mit Vaterunser (2min15) Gott, unser Vater, Wir bauen auf unseren Glauben an dich. Wir bitten dich für die, mit denen wir unseren Glauben bilden, gestalten und feiern. 3 Möge uns die Kirche den Weg zu Dir weisen und uns Orientierung geben in den Verstrickungen der Welt. Möge sie der Platz sein und bleiben, in dem der Heilige Geist zu uns kommt. Wir bitten dich um Hilfe für die, die verstrickt sind in so vielem Irdischen. Diejenigen, die so sehr darin verstrickt sind, daß sie keinen festen Standort finden, von dem aus sie ihr Leben als ganzes sehen können. Mögen sie Dich wahrnehmen und spüren. Wir bitten dich wir für die, die Macht über andere haben. Weil sie das sind, was wir „erfolgreich“ nennen. Sie laufen Gefahr, sich zu überschätzen. Geformt von den Regeln, durch die sie Macht über andere bekommen haben. Mögen sie eines Tages in Deinen Händen landen, Herr. Und nicht zu tief fallen. Vater unser im Himmel, Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Segen Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Gott bewahre ihren Glauben und gebe ihm Kraft und Ausdauer. Es segne und behüte Sie Gott der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.